Ausgeschlafen in den Frühling – Ratschläge vom Schlafexperten Jürgen Schuster, die Sie noch nicht kennen…

 von Jürgen Schuster

PC620310

…und weil wir gerade bei Neuigkeiten sind: Wussten Sie schon, dass Schlafmangel und Schlafstörungen wenig bekannte Nebenwirkungen haben? 

Seien Sie also gespannt und bedenken Sie: „Was man dem Schlaf raubt, holt sich die Krankheit wieder.“ (K. Peltzer) – eine Aufforderung den eigenen Schlaf und damit sich selbst ernst zu nehmen.Und weil Sie die üblichen Tipps vermutlich schon alle kennen und vielleicht für sich selbst als unbrauchbar erlebt haben, gehen wir das Projekt 

„Tiefer Schlaf“ heute einfach mal ganz anders an. Mit Lösungen, die erprobt und erforscht sind, leicht umzusetzen und dennoch meistens wenig bekannt.Oft werden Menschen wegen Bluthochdruck, Diabetes, Magenproblemen und vielen anderen Symptomen behandelt und bräuchten doch nur eines: endlich wieder einen guten, ausreichenden Schlaf. Schrieb doch schon Goethe vor ca. 200 Jahren: “ Süßer Schlaf! Du kommst wie ein reines Glück….“

Entspannungs-Methoden
helfen oft wenig – aber das wussten Sie vermutlich schon. Es hat mit einer Besonderheit der menschlichen Psyche zu tun – wir verspannen uns schließlich unbewusst und unfreiwillig, wenn wir Stress haben und unser Leben als hektisch empfinden. Deswegen werden viele Betroffene sogar regelrecht wütend, wenn ein Freund kommt und wohlmeinend rät „Du musst mal entspannen!“ Bei solchen Worten drehen wir die Augen zur Decke und das Wörtchen „müssen“ macht genau das mit uns, was es eben tut – noch mehr Druck.

Eine sog. Entspannungs-Methode hilft allerdings in zahlreichen Studien tatsächlich gut: Progressive-Muskel-Entspannung. Warum? Weil wir uns zuerst ganz bewusst anspannen und dann loslassen. Durch die Übertreibung der Anspannung durch Muskel-Kontraktion bauen wir sogar ganz konkret Stress ab – mit jedem bewussten Loslassen wird die Entspannung jetzt echter. Ich habe selbst den Kursleiter-Schein absolviert, sonst würde ich es vermutlich nicht glauben, wie gut es funktioniert.
Und der Clou: Wenn wir die ca. 8-10 Kursabende an der VHS durchhalten, haben wir gelernt den Effekt sehr schnell herbei zu führen. Die „Ultrakurz-Entspannung“ dauert dann nur noch ein paar Minuten und kann z.B. nachts um 3 Uhr sehr hilfreich sein, falls wir gerade wachliegen sollten. Bedenken Sie: ein paar Stunden an der VHS für hunderte von zusätzlichen Stunden süßen Schlafs…

Sonne und Sonnenhormon
Unsere Tipps werden heißer – es geht um Sonne für guten Schlaf.
Wenn wir morgens aufstehen und es draußen schön sonnig ist, hebt das sofort unsere Stimmung. Nur leider trauen wir uns kaum noch ohne viel Sonnencreme raus, weil man uns seit Jahren vor direkter Sonne warnt. Das ist übertrieben, denn so lange es Menschen gibt, bestimmt die Sonne unseren Rhythmus und das Sonnenlicht ist auch sehr gesund für uns. (Nur das Übermaß schadet, beispielsweise Sonnenbrand).

PC580301

Leider macht sich kaum jemand Gedanken, was die Sonnenflucht bei ihm verursacht – das Sonnenhormon, das sogenannte Vitamin D ist für uns unersetzlich. Und fast jeder von uns hat inzwischen einen Mangel an diesem wichtigen Hormon, das unsere Haut unter Sonnenlicht bildet. Das macht nicht nur müde, erschöpft und schlapp, sondern verursacht nach Ansicht von Medizinern auch Schlafstörungen. Ein ausreichend hoher Spiegel von Vitamin D sorgt dafür, dass Sie sich besser fühlen, ein stärkeres Immunsystem haben und besser mit dem alltäglichen Stress klar kommen. Lassen Sie beim Hausarzt den Wert testen und sich eine Kur aufschreiben – und gehen Sie zusätzlich viel raus an’s Licht.

Bewegung
Damit sind wir schon bei einem weiteren wichtigen Thema – raus aus dem Haus. Nur sollten wir dabei für uns selbst und andere in der Familie auch Verständnis haben: wer schlecht schläft und noch einen anstrengenden Beruf hat, der ist am Abend geschafft. Und braucht nicht auch noch eine Aufforderung jetzt „Sport zu treiben“.
Andererseits ist Bewegung das stärkste bekannte Schlafmittel. Denn Bewegung baut den Stress das Alltags ab und aktiviert unser System für Regeneration. Also droht doch ein schlechtes Gewissen, wenn wir eigentlich zu k.o. sind??

PC290304Die gute Nachricht: wenig hilft viel. Es geht nicht um Sport, sondern nur um ein paar  Impulse für unseren Körper. Ihre Muskeln sind Ihr größtes Stoffwechselorgan und unterstützen Ihr Immunsystem genauso wie Ihren Tiefschlaf. Dazu genügen ein paar einfache Übungen abends in den Werbepausen, egal was auch immer Sie können und mögen – und hinbekommen. Das kann aus dem Pilates oder Yoga sein, oder einfach ein paar Kniebeugen, Liegestütze, Situps oder Züge am Thera-Band. Was auch immer Ihnen einfällt und leicht fällt.

Taiji (auch Tai Chi geschrieben)
Denken Sie bei dem Begriff an Senioren, die ihre Arme schwingen? Dann kennen Sie Taiji noch nicht wirklich. Es entwickelt sich aktuell zu einer Geheimwaffe in der modernen Medizin – ganz ohne Chemie und Nebenwirkungen. Taiji beruhigt, erdet und stärkt so Gesundheit und Selbstvertrauen. Es ist eben im Ursprung eine Kampfkunst, die modernen Gegner heute sind Hektik und Druck des Alltags. Studien belegen bereits die Wirksamkeit bei Osteoporose, Parkinson, Stress – und eben auch bei Schlafstörungen.
Der Einstieg ist einfach, egal wie Ihr Alter, Ihre Figur oder Ihre Beweglichkeit sich darstellen – es gibt sonst kaum eine Methode bei der wir so wenig können müssen – sondern einfach nur mitmachen dürfen. Prädikat: besonders empfehlenswert.

Schlaftraining
Wer weiß schon, dass es so ein Angebot gibt? Viele Millionen Menschen leiden an Schlafstörungen, und in den Schlaftrainings sind meistens noch Plätze frei. Das ist schade, denn die Methoden sind sehr wirksam. „Sounder Sleep System“ heißt z.B. so eine Methode, von einem amerikanischen Yoga- und Feldenkrais-Lehrer entwickelt. Auch Schlaflabore und Volkshochschulen bieten verschiedene Trainings an, vielleicht informieren Sie sich einfach mal im Internet über Angebote in Ihrer Region.

Melatonin
Die Bedeutung der Hormone steht im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Bekanntheit – nicht nur die Steuerung unseres Stoffwechsels, sogar unsere Stimmung und unsere Gesundheit hängen von ihnen ab. Herausragend dabei das Schlafhormon Melatonin. Es wurde schon als „Wunderhormon“ und „Anti-Aging-Hormon“ gefeiert. Manches mag übertrieben sein, jedoch steuert es unsere Nacht, und das alleine wäre schon wichtig genug. Es wirkt allerdings auch sehr stark anti-oxydativ und schützt mit dieser Fähigkeit Nervenzellen im Zentralnervensystem. Und es hat weitere Aufgaben, denn man weiß dass ein Mangel das Risiko für Krebs und Diabetes erhöht. Und natürlich für Schlafstörungen.
Vor allem aber ist es ist käuflich – das wissen recht wenige Menschen. Bei starken Schlafproblemen kann es folglich ratsam sein, sich von seinem Arzt ein Melatonin-Präparat aufschreiben zu lassen. In jedem Fall würde ich es den typischen Schlafmitteln vorziehen, denn diese werden meistens zu lange eingenommen und sind oft problematisch.
Dabei gibt es eine Faustregel: da die natürliche Melatonin-Produktion im Laufe des Lebens nachlässt, gilt die Einnahme als unbedenklich, je älter jemand schon ist. Patienten in der ersten Lebenshälfte sollten vor einer Einnahme ihren natürlichen Wert im Labor bestimmen lassen. Das geht sehr einfach und gibt Aufschluss, ob ein Mangel die Ursache für die Schlafstörungen darstellt, oder zumindest dazu beiträgt. Auf Grund der hohen gesundheitlichen Bedeutung darf ein Defizit jedenfalls nicht auf die leichte Schulter genommen werden.
Wenn Sie Bedenken haben sich ein Hormon verschreiben zu lassen, gibt es eine preiswerte Vorstufe, aus der der Körper selbst herstellen kann was er braucht.
5- HTP heißt das rezeptfrei erhältliche Protein, aus dem unser Stoffwechsel sowohl Melatonin als auch das „Glückshormon“ Serotonin produziert und das als Geheimtipp unter schlafgestörten Menschen gilt. Aber so ganz geheim ist es mit diesem Beitrag wohl nicht mehr.

Fragen zu unseren Tipps? Jederzeit und gerne,

herzlichst Ihr Jürgen Schuster

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.