Barbaratag – Hintergrund und Brauchtum

Vor vielen hundert Jahren lebte in der Türkei ein reicher Kaufmann namens Dioskurus. Da seine Frau sehr früh gestorben war, liebte er seine schöne Tochter Barbara abgöttisch. Um sie zu beschützen, sperrte er sie, immer wenn er verreisen musste, in einen Turm. Als Dioskurus wieder einmal unterwegs war, hörte Barbara von Jesus und seinen Geschichten.

Da Sie auch an ein Leben nach dem Tod glauben wollte, ließ Sie sich taufen und wurde eine Christin. Da Dioskurus aber die Christen hasste, weil er wusste dass diese vom römischen Kaiser verfolgt wurden, war er sehr erbost darüber. Auch die Tatsache, dass er auf Reisen einen reichen Mann für Barbara ausgesucht hatte, der aber keine Christin heiraten wollte, erboste ihn noch mehr. Doch all sein Flehen, nicht als Christin zu leben, konnte Barbara nicht umstimmen. So verwandelte sich die Liebe des Vaters zu großem Hass und er verriet seine eigene Tochter. Barbara wurde in ein dunkles Gefängnis gesperrt und zum Tode verurteilt.

Bei Ihrer Verhaftung verfing sich auf dem Weg ins Gefängnis in Barbaras Kleid ein Kirschzweig. Sie stellte diesen in einen Becher und teilte mit dem Zweig das Wasser, welches Sie zu trinken bekam. Am Tag Ihrer Hinrichtung jedoch geschah etwas ganz Wunderbares – der Kirschzweig begann zu blühen, mitten im Winter! Als Sie den blühenden Zweig sah, wusste Sie, dass Sie keine Angst vor dem Tod haben musste. Ihr Glaube an ein Leben nach dem Tod wurde dadurch verstärkt, denn Sie wusste jetzt, dass auch sie zu neuem, blühenden Leben verwandelt werden würde.

Aus diesem Grund holt man am 4. Dezember einen Kirsch- oder Apfelzweig vom Baum, schneidet Ihn an und stellt ihn in eine Vase. Wenn nun noch regelmäßig das Wasser gewechselt wird, kann man sich am Weihnachtsfest an den wunderschönen Blüten erfreuen.