Der Weg zur Strandfigur – Schlafexperte Jürgen Schuster zeigt wie Sie Ihren Schweinehund an die Leine legen

13046;ls538kvon Jürgen Schuster

Eine gute Figur zu haben erscheint objektiv eigentlich ziemlich einfach. Egal, ob Sie so aussehen wollen wie bei Heidi Klum’s GNTM oder als „richtige“ Frau (bzw. gestandener Mann) nur ein paar Kilo loswerden wollen – das Wissen über Ernährung, Bewegung und die wichtigsten Funktionen des Stoffwechsels hat fast jeder. Dazu gibt es hunderte von Büchern und Zeitungsartikeln, falls sich jemand noch genauer informieren möchte. Also, wenn alles so leicht ist, warum empfinden sich dann so viele Menschen zu schwer und sind damit auch erkennbar unzufrieden?

Das Hindernis zum großen Abnehmen ist schnell ausgemacht: der „Innere Schweinehund“. Mit ihm sollten wir uns also zuerst beschäftigen.

Vom Wesen des inneren Schweinehunds – jeder kennt ihn, kaum einer hat ihn je gesehen

Die Tiere sind offensichtlich sehr scheu und gut versteckt – selbst Chirurgen die Menschen regelmäßig von innen betrachten, haben angeblich noch nie eines gesehen. Die Scheu kommt vermutlich daher, weil die meisten Menschen mit ihnen etwas Negatives verbinden – ein schlechtes Gewissen nämlich – und entsprechend ihrem Schweinehund alles in die Pantoffel schieben, was schiefläuft. Logisch, dass das Fabeltier sich eher versteckt hält. Bemerken können wir jedoch die Auswirkungen seiner scheinbar unermüdlichen Tätigkeit.

Unser bester Freund: der innere Schweinehund

Er meint es gut mit uns, er nimmt uns viele unangenehme Dinge ab. Es ist an der Zeit für etwas mehr Dankbarkeit, finde ich. Wenn wir uns z.B. für den Abend aus gesundheitlichen Gründen auf ein paar Gemüsesticks beschränken wollen, bemerkt er sofort unseren missmutigen Blick und bringt uns die Pizza – wie schön. Wenn wir in der Kantine am Salatbuffet anstehen, fächelt er uns verlässlich den Duft von Currywurst, Schnitzel & Co. in die Nase, so dass wir umdisponieren können. Nur dieses eine Mal, beruhigt er uns freundlicherweise noch.

Und sobald wir nach einem stressigen Tag die Idee bekommen, dass etwas Sport und Bewegung jetzt noch sehr gut wäre – dann legt er sich vorsichtshalber an die Haustüre, fletscht sein Gebiss und beschützt uns so vor schweißtreibenden Tätigkeiten im Stadtpark oder Fitness-Studio. Das ist doch super, oder?

Und doch – gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Denn die Strandfigur will sich mit XL-Portionen beim Essen und Bewegungsmangel eben doch nicht von selbst einstellen. Was also tun?

Verständnis für sich selbst

Es ist sicher sehr, sehr hilfreich darüber nachzudenken, was „Mensch-Sein“ bedeutet. Von unseren Genen her sind wir unverändert Jäger und Sammler – also Nomaden. Hunger hat unsere Spezies seit Millionen von Jahren begleitet und wir haben viele Kilometer pro Tag zurückgelegt um genug Essbares zu sammeln. Wenn wir dann endlich genug gefunden oder gejagt hatten um zu überleben, hieß die Devise immer schon „Energie sparen“ – genau wie im modernen Haushalt. Solange es noch keinen Kühlschrank gab, mussten wir selbst Vorräte in Form von Fettreserven anlegen, um vor der nächsten Hungersnot sicher zu sein, deswegen baut unser Körper so gerne Pölsterchen auf.

Genetisch veranlagt haben wir Menschen also eine große Freude am Essen und danach genügt es uns, gemütlich zu faulenzen – ganz natürlich. Unsere Gene sind noch nicht auf Supermärkte und sitzende Arbeit umgestellt – und das wird auch noch Jahrhunderte dauern. So lange wollen wir mit unserer Top-Figur nicht warten, also bedienen wir uns aus den Erkenntnissen moderner Forschung und nehmen trotzdem ab. Und zwar so:

Den Schweinehund an die Leine legen

Wenn wir uns selbst besser verstehen, können wir dem Schweinehund schon mal das Futter etwas kürzen – das schlechte Gewissen abschaffen. Dann wird er zahmer. Und dann können wir anfangen – ganz sachte – ihn zu überlisten.

Methode 1: Genießen

die Lust am Essen dient ja eigentlich nur der Energieversorgung, wie schön dass wir auch Freude daran haben. Und genau das können wir nutzen und uns darauf auch tatsächlich konzentrieren, das heißt: genießen und nochmal – genießen. Genussvoll und bewusst essen, statt nebenbei zu zappen, E-mails zu beantworten und über den Chef zu schimpfen. Und dabei meistens zu viel mampfen. „Kau‘ dich schlank“ könnte der Tipp lauten und bringt Ihnen eine bessere Verwertung der Nahrung, und ein gutes und sattes Bauchgefühl (anstatt Völlegefühl). Und Sie sparen doppelt – Lebensmittel und Bauchumfang.

Methode 2: Wenig hilft viel

Wir sind also Bewegungs-Tiere, entsprechend ist Bewegungsmangel heute die häufigste Krankheitsursache. Denn auch unser Immunsystem, unser gesamter Stoffwechsel, sogar unser Schlaf wird durch Bewegung gestärkt. Nur was tun, wenn uns der sitzend verbrachte, aber auch sehr anstrengende Bürotag erschöpft hat? Und wir in der Freizeit alles haben, außer Bewegungsdrang? Der Schweinehund lauert jetzt auf die heroischen Vorsätze, um sie dann doch zu verhindern. Was er leicht übersieht, sind die ganz kleinen, aber feinen Maßnahmen.

Fernsehen z.B. tun wir alle gerne, in Deutschland fast 4 Stunden pro Tag (und da sagen wir immer wir hätten keine Zeit). Versuchen Sie einmal nur die Werbepausen für kleine Übungen zu nützen, egal was Ihnen gerade einfällt. Ein paar Bewegungen aus dem Yoga, Pilates, mit dem Thera-Band, dehnen und strecken der wenig benutzen Glieder, eine Kissenschlacht mit den Kindern – alles hilft und bringt Schwung in den eigenen Körper.

Auch im Alltag sehen Sie mit offenen Augen viele Möglichkeiten – beobachten Sie nur mal, wie Menschen mit gesunden Beinen am Lift stehen, um in den ersten Stock (!) zu fahren….das geht auch anders.

Methode 3: Schlaf dich schlank!

Davon haben Sie vermutlich längst gehört, denn unser Stoffwechsel aktiviert im Tiefschlaf ganz von selbst die Fettverbrennung – wenn wir ihn nur lassen. Das Hindernis ist jedoch oft ein zu hoher Insulinspiegel, und den bekommen wir durch zu viele Kohlenhydrate am Abend. Also abends satt essen mit Gemüse, Nüssen, Fleisch, Eiern, Fisch etc. und dann mit einem niedrigen Insulin ins Bett – voila! Darauf werden wir in einem künftigen Beitrag sicher noch genauer eingehen. Wichtig also: satt sein, das lässt den Schweinehund abends schlummern, und er vergisst die Süßigkeiten.

Tun was man will – zum Beispiel dauerhaft eine Strandfigur entwickeln

Was den inneren Schweinehund unnötig stark macht sind Wörter wie „müssen“ oder „sollen“. Am schlimmsten mit dem Unwort „man“ verbunden, z. B. „Ja, ja, man sollte eigentlich……“

Die Zauberformel kommt aus einer neuen, besseren Haltung zu sich selbst und kann lauten: „Ich gönne mir genussvoll zu essen und etwas mehr Bewegung.“

Oder „Um tiefer zu schlafen und morgens viel fitter aufzustehen, esse ich abends öfters mehr Gemüse und Fisch“

Kurz gesagt: sich selbst mehr vom Guten zu erlauben und zu gönnen, das macht Laune und motiviert. Das Bild eines gesunden, leistungsfähigen und strandtauglichen Körpers vor Augen – das aktiviert ihr Unterbewusstsein und macht alles leichter. Vergessen Sie große Ziele und große Vorsätze, die bedeuten meist auch großen Frust. Fangen Sie einfach an – ganz sacht, ganz langsam und immer mit einem Lächeln. Das verschafft Ihnen kleine Erfolge, die Appetit auf den nächsten Schritt machen. Beispiel: Wenn Sie abends das Gefühl haben, Sie bekommen noch ca. 20 Minuten Bewegung hin, dann starten Sie mit höchsten 15. Lieber etwas weniger Anstrengung, als ans Limit mit hängender Zunge. Machen Sie es sich leicht!

Dann bekommen wir alles hin, was wir uns als Weiterentwicklung wünschen. Denn Veränderung ist immer möglich, wenn wir den echten Wunsch haben und behutsam mit uns selbst umgehen. Langsames Abnehmen ist sowieso gesünder als die Crash-Diät – und so viel dauerhafter.

Fazit: viele kleine Bewegungen im Alltag und vor dem Fernseher bemerkt unser Schweinehund kaum. Bevor er beginnt zu knurren, sind Sie schon wieder fertig. Eine andere innere Haltung zu Ihrem eigenen Körper (also zu sich selbst) besänftigt das Tier auf natürliche Weise. Je mehr Sie sich gut fühlen, umso ruhiger wird das frühere Ungetüm, bis Sie irgendwann nur noch ein nettes, kleines Ferkelwelpen haben. Das dann aufpassen kann, dass Sie nicht zu wenig Schokolade essen oder sich allzu häufig im Fitness Center verausgaben.

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund und freuen Sie sich mit mir auf die baldige Strandsaison

Herzlichst, Ihr Jürgen Schuster

 

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2 Comments

  1. Ich werde wohl niemals meine Strandfigur haben, so bitter wie das auch klingen mag, aber die Ideale die uns von den Medien präsentiert werden, sind für eine arbeitende Frau kaum erreichbar! Ich glaube da sind wir uns alle einig! Nichts desto trotz müssen wir uns auf unsere Figur achten und die beschriebenen Ansätze sind schon richtig! Diese sollten auch befolgt werden!

  2. Saskia

     /  9. Juli 2014

    Meiner Meinung nach sind die Ideale der Medien schon sehr an der Grenze. Zu einer Frau gehören Kurven und nicht nur Knochen…

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