Seminar unserer Azubis

Montag

Wir, die Azubis von Erwin Müller, durften vom 11. bis 15. Juli 2016 bei einem Jugendintegrationsprojekt „Zukunft gemeinsam gestalten“ teilnehmen und möchten nun darüber berichten. Bei diesem Seminar bekamen wir und andere Auszubildende aus verschiedenen Unternehmen, vor allem aus dem Landkreis Dillingen a.d. Donau, Einblick in europäische, aber auch zeitgeschichtliche deutsche Themen zeitgleich zur Verleihung des Europäischen St.-Ulrichs-Preises an Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble, der am 15. Juli 2016 in Dillingen a.d. Donau überreicht wurde.

Am Montag, den 11. Juli war um 9:00 Uhr im Schloss Höchstädt Treffpunkt. Dort wurden wir freundlich von Frau Buberl empfangen. Wir bekamen gleich den ersten Vortrag vom Studienleiter der Europäischen Akademie Bayern Herrn Kerl. Er hat uns einiges über die Europäische Union erklärt und uns Themen selbst erarbeiten lassen. Dabei hatten wir verschiedene Bereiche wie „Wofür steht Europa – Geschichte der Europäischen Idee“ sowie „Wie funktioniert die Europäische Union?“ zur Auswahl. Zum aktuellen Thema „Flüchtlinge“, berichtete uns der Landrat Herr Schrell über die Herausforderungen und Chancen der Flüchtlings- und Asylpolitik aus der Sicht eines Landkreises.

Montag2

Dienstag Vormittag ging es mit einer Führung, die Herr Götz, der uns neben Frau Buberl durch die Woche begleitet hat, los. Wir besuchten die Ausstellung des Schlosses Höchstädt „Die Schlacht von Höchstädt“ oder „The Battle of Blenheim“. Dieses Ereignis schrieb deutsche und europäische Geschichte. Nach dieser interessanten Führung durften wir zusammen mit Herrn Wiedemann, Kastellan des Schlosses Höchstädt, einen Rundgang durch das Schloss machen. Wir durften sogar an Stellen des Schlosses, die sonst niemand sehen darf ;-)Dienstag

Mittags fuhren wir zur Umweltstation nach Bächingen und wurden wie jeden Tag mit leckerem Essen begrüßt :-) Das „mooseum“ will auf die Naturschönheiten des Schwäbischen Donautales, seine Auen und Niedermoore aufmerksam machen. Nach der kleinen Stärkung wurde uns dann einiges über die Themen „Moor/Umweltsicherung“ erklärt. Um sich darüber ein eigenes Bild machen zu können, fuhren wir anschließend mit einem Traktor ins Naturschutzgebiet nach Gundelfingen. Dabei zeigten uns Herr Diedering und Herr Rochau die verschiedenen Teile des Naturschutzgebietes. Unter anderem durften wir Büffel füttern und einen Aussichtsturm besteigen :-)

Mitwoch2Mittwoch ging es weiter mit Informationen und Vorträgen über die Herausforderungen von Europa, Planung, Organisation und Umsetzung politischer Entscheidungen von Dr. Linus Förster, stellvertretendem Vorsitzenden der Europäischen Akademie Bayern e.V..Nachmittags brachte uns Frau Dr. Madeleine Petschke, die extra für uns aus Berlin angereist war, das Thema „Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ näher. Das Zeitzeugengespräch mit Prof. Dr. Jürgen Kleditzsch, Arzt, 1990 Mitglied der ersten frei gewählten Volkskammer und u.a. Minister für Gesundheitswesen der DDR in der Regierung de Maiziere war sehr interessant. Er berichtete ganz offen aus einem Land, in dem es keine freien Wahlen gab und forderte uns ebenfalls auf wählen zu gehen, da jede Stimme zählt. Jeder in seiner Familie wusste, dass sie im Haus vom Staatssicherheitsdienst abgehört wurden. Er und seine Familie dachten nie an eine Flucht, da dies viel zu gefährlich hätte sein können. Für uns eine unvorstellbare Situation!
Den Tag beendeten wir mit einem gemeinsamen Gruppenfoto.

Mittwoch

Donnerstag ging es mit dem Zug nach Nürnberg ins Dokumentationszentrum des Reichsparteitagsgeländes. Das Dokumentationszentrum Nürnberg widmet sich der Zeit der Nürnberger Reichsparteitage sowie der nationalsozialistischen Architektur am Beispiel des Reichsparteitagsgeländes.

Wir bekamen eine sehr informative Führung über das 11 km² große Reichsparteitagsgelände. Ein kleiner Ausschnitt aus der Führung beinhaltete die „Nürnberger Gesetzte“. Besonders geschockt waren wir über das „Blutschutzgesetz“, das Eheschließungen zwischen Deutschen und Juden untersagte.

Anschließend hatten wir einen ausführlichen Workshop rund um das Thema „Diskriminierung trifft uns alle“. Dort machten wir Gruppenarbeiten und versetzten uns in die verschiedenen Rollen von Opfer und Täter bei der Diskriminierung.

Donnerstag

Der letzte Tag war sehr aufregend, da wir wieder mehrere interessante Vorträge wie z.B. von Herrn Grätsch, der uns einiges über das christliche Menschenbild und Prof. Dr. Georg Barfuß über das Menschenrecht auf Religionsfreiheit erzählt haben. Am Ende kam endlich das Highlight der Woche: Die Preisverleihung des St. Ulrichspreis an unseren Finanzminister Herrn Wolfgang Schäuble, die bei uns in Dillingen stattgefunden hat. Seit 2003 vergibt die Stiftung in der Regel alle zwei Jahre den Preis, der nach dem heiligen Ulrich benannt ist. Mit dem Ulrichspreis ehrt die Stiftung, die Stadt und Landkreis Dillingen 1993 gegründet haben, Menschen, die sich für die Einheit eines christlich geprägten Europas eingesetzt haben. Wolfgang Schäuble hat den Preis erhalten, weil er nach Überzeugung der Europäischen St.-Ulrichs-Stiftung als ein „Architekt der deutschen Einheit“ ein „maßgeblicher Wegbereiter für den seither stattgefundenen Prozess der Einigung Europas“ gesehen wird. Wir haben uns extra für unseren Finanzminister in Schale geschmissen ;-) Herr Franz Brichta erzählte uns noch einiges über den Lions Club. Der Lions Club ist eine internationale und weltweite Vereinigung freier Menschen, die bereit sind sich den gesellschaftlichen Problemen unserer Zeit zu stellen und an ihrer Lösung mitzuwirken. Besonders überrascht waren wir, als wir erfahren haben, dass sich neben zahlreichen Mitgliedern auch unsere Geschäftsführerin, Frau Rita Müller-Brenner sehr für den Lions Club engagiert.

Freitag

Fazit der Woche:

Es war eine sehr aufregende und spannende Woche. Durch das Seminar, in dem wir sehr interessante Vorträge von vielen wichtigen Leuten, die sich extra für uns Zeit genommen hatten, hörten, konnten wir uns eine ganze Woche intensiv mit den Themen beschäftigen und unsere Allgemeinbildung fördern. Außerdem lernten wir durch das Europa-Seminar, dass nicht nur Zusammenhalt in der Gruppe, sondern auch der Länder in Europa wichtig ist.

Ein besonderer Dank geht an Frau Buberl, vom Institut für professionelles Sprache Lernen und Herrn Götz vom Trägerverein Schullandheim Bliensbach e.V., die für einen reibungslosen Ablauf gesorgt und uns durch das Seminar begleitet haben. Außerdem an unsere Geschäftsführer und Personalchefin Frau Holzhey, die uns für diese Woche extra freigestellt haben und wir dadurch das tolle Seminar miterleben durften.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.