Sommerzeit – Schlafexperte Jürgen Schuster zeigt den richtigen Umgang mit der Sonne und dem Sonnenbaden.

Happy family outdoorsvon Jürgen Schuster

Sie werden staunen!

Das Vorbild der 80er- Jahre war die Fernsehserie „Baywatch“. Wir erfreuten uns an den sonnengebräunten Körpern von Pamela Anderson, David Hasselhoff und Co. und wollten genauso gut aussehen. Und wenn das Wetter am Baggerweiher oder im Stadtpark es nicht hergab, gingen wir halt ins Sonnenstudio. Hauptsache, wir waren alle schön „kalifornisch“ braungebrannt.

Und heute? Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, wie blass viele Menschen sind. Manchmal wirkt es als wären bei Frauen weiße Strümpfe wieder in Mode gekommen – doch das ist die Haut der Beine. Den guten Grund kennen Sie, erfahren wir doch seit Jahren dass Sonnenbaden ungesund sein soll – Hautkrebs heißt das Schlagwort.

Lagen wir in den 80-ern also ganz falsch? Und liegen wir mit der heutigen Blässe völlig richtig? Schauen wir uns die Sache mit der Sonne doch einfach einmal genauer an:  Warum freuen Sie sich, wenn gutes Wetter ist? Schauen oder hören wir nicht alle regelmäßig den Wetterbericht in der Hoffnung auf Sonnenschein?

Wollen wir jetzt nicht lieber auf die Terrasse und in den Biergarten, statt drinnen zu sitzen, wie schon den ganzen Winter über? Und ist es nicht so, dass schönes Wetter automatisch unsere Laune hebt? Das Alles könnte doch eine gemeinsame Ursache haben, oder?

Vertrauen Sie Ihrer guten Laune, diese Ursache gibt es tatsächlich:

Sonne ist gesund!

Über all den Warnungen der Medien vor zu viel Sonne und gefährlichem Sonnenbrand, ist auf der anderen Seite ein starker Mangel entstanden, über den kaum jemand nachdenkt. Denn wir gehen inzwischen viel zu wenig in die Sonne – viele vertragen Sonnenschein sogar kaum noch (sog. Sonnenallergie).

Doch Sonne hat viele Funktionen in unserem Leben und für unsere Gesundheit. Zum einen steuert Tageslicht unseren Biorhythmus und damit unseren Stoffwechsel, wie schon in einem früheren Beitrag erklärt. Dazu gehört auch der bekannte Gehirn-Botenstoff Serotonin, der Helligkeit für eine ausreichende Bildung braucht und viel mit Ausgeglichenheit und Schutz vor Stress zu tun hat.

Zum anderen produziert unsere Haut mit Hilfe von Sonnenstrahlen eines der wichtigsten Hormone, sogenanntes Vitamin D. Dessen jetzt erkannte Bedeutung für unsere Gesundheit ist so umfassend, dass man tatsächlich einmal von einer Sensation sprechen kann.

Diese Bedeutung wurde in der Vergangenheit völlig unterschätzt, doch seit ca. 2008 wird eine Studie nach der anderen bekannt. Und das Fazit lautet mehr oder weniger: Kommando zurück, Sonnenlicht ist gesund. Es muss ja nicht gleich ein Sonnenbrand sein, die Dosis macht es.

Im Vorjahr fand in der Berliner Charité ein Kongress statt, bei dem Wissenschaftler aus aller Welt die Ergebnisse aktueller Forschung zusammen präsentiert haben. Wir liefern Ihnen die wichtigsten Informationen, wie Sie dieses wertvolle Wissen im Alltag für Ihre Gesundheit und Ihre Familie nützen können.

Der schlimme Mangel, der fast jeden betrifft: Sonnenhormon Vitamin D3

Viele Menschen nehmen Magnesium wegen Ihrer Muskeln (Zuckungen, Krämpfe, Schwäche) und wundern sich über nur geringfügige Linderung – sie bräuchten eigentlich Vitamin D.

Millionen im Land sind immer häufiger erkältet und bekommen immer öfters Antibiotika – und bräuchten eigentlich Vitamin D.

Erschöpfung und Tagesmüdigkeit betrifft ebenfalls immer mehr von uns – auch hier kann ein Mangel an D3 die typische Ursache sein. Und die Liste ist noch lang und betrifft viele Bereiche unserer Gesundheit. Ein paar Beispiele:

  • Das Herz ist ein Muskel, und unsere Muskeln brauchen wie erwähnt für eine gute Funktion einen gesunden Vitamin D – Spiegel.
  • Diabetes: ein guter D3-Spiegel senkt das Risiko deutlich. Sogar das Risiko für Übergewicht scheint sich zu reduzieren. Achten Sie auf Ihre Kinder: Typ 1 Diabetes tritt lt. einer finnischen Studie deutlich seltener auf, wenn die Kinder mit D3 gut ausgestattet sind.
  • Osteoporose: der Zusammenhang ist allgemein bekannt, nur sind die üblichen Dosierungen von ca. 800 i.E. (Internationale Einheiten) aus heutiger Sicht völlig überholt, weil viel zu gering.
  • Besonders schlechte Werte haben blasse Kinder und Jugendliche, die wenig draußen spielen oder sogar schon eine „Sonnenallergie“ zeigen. Sowie Senioren, deswegen denken Sie auch an Ihre Eltern. Denn die ältere Haut bildet selbst an südlicher Sonne weniger Vitamin-D.
  • Und Schwangere haben sowieso einen höheren Bedarf und brauchen nach einer Untersuchung zu über 90% eine Unterstützung durch entsprechende Präparate.

Auch bei Rheuma oder typischen Alterskrankheiten sollte eine der ersten Maßnahmen immer sein, den D3 Spiegel zu überprüfen und zu optimieren. Doch wir wollen uns nicht so lange mit Krankheiten und Symptomen aufhalten, sondern mit Ihnen den schöneren Weg gehen, den Weg in die frische Luft und an die Sonne.

Der Wegweiser zur Gesundheit

„Preisfrage“: Warum haben wir in Europa eine helle Hautfarbe entwickelt? Biologen behaupten schon lange, um bei weniger Sonnenschein noch ausreichend Vitamin D bilden zu können. Sonst wären wir noch immer dunkelhäutig, schließlich stammen wir Menschen aus Afrika. Unser Sonnenhormon D3 entspricht den Solar-Kollektoren, die wir heute so oft auf den Häusern sehen – dort wird Sonnenenergie gespeichert um elektrische Geräte zu betreiben. Beim Menschen heißt das, um den Stoffwechsel, das Immunsystem, die Muskelarbeit etc. zu gewährleisten. Dieses besonders wichtige Hormon steuert hunderte von Genen und wird fast überall im Körper benötigt, sogar im Gehirn.

Doch nördlich der Alpen reicht die Sonne selbst im Sommer kaum, um es ausreichend zu bilden, im Winter ist das Licht in ganz Mitteleuropa zu wenig. Das ist ein Hauptgrund für den Mangel.

Schritt 1: Gehen Sie sicher ! Besuchen Sie bei nächster Gelegenheit Ihren Hausarzt und lassen Sie Ihren Wert testen (25-OH-D3). Er sollte über 40 ng oder 100 nmol (je nach Labor) liegen.

Schritt 2: Lassen Sie sich von Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin eine entsprechende Kur zum Aufbau verordnen. Sie werden sich höchst wahrscheinlich schnell besser fühlen. Achten Sie auf „hohe“ Dosierung, die rezeptfreien Präparate sind alle zu schwach dosiert und bringen bei Mangel nichts. (Menschen, die das Essen lieben und etwas mehr Gewicht auf die Waage bringen, haben übrigens auch einen erhöhten Bedarf an D3).

Lassen Sie entsprechend Ihren Wert nach ca. 4 Wochen überprüfen.

Schritt 3: Raus ans Tageslicht, so viel wie möglich. Verwenden Sie Ihre Sonnenschutzcreme erst – je nach Hauttyp, Teint und Intensität der Sonne – nach zehn bis zwanzig Minuten. Vermeiden Sie den Sonnenbrand, das ist inzwischen selbstverständlich. (Übrigens verbessert ein optimaler Vitamin-D-Spiegel den Schutz vor Krebs, also auch vor Hautkrebs.) Wenn Sie den ganzen Tag im Freien sind, ziehen Sie sich regelmäßig in den Schatten zurück, um ein Übermaß zu vermeiden. Die Dosis macht’s, wie so oft.

Fazit:

Sie sehen, es gibt keinen Grund, sich die natürliche Freude am schönen Wetter verleiden zu lassen. Die Erkenntnis aktueller medizinischer Forschung, dass ein höheres Niveau an Sonnenhormon D3 einen bedeutenden Schutz für unsere Gesundheit darstellt, deckt sich mit unserer natürlichen Freude an Wärme, Sommer, Sonne. Genießen Sie diese Zeit im Freien, Sie tun sich dabei etwas Gutes…..

Diesen Beitrag habe ich auf der Terrasse bei herrlicher Sonne geschrieben, und dort beantworte ich entsprechend gerne auch Ihre Fragen zum Thema, die Ihnen vielleicht gerade durch den Kopf schießen.

Herzlichst, Ihr Jürgen Schuster

Previous Post
Leave a comment

2 Comments

  1. Im Grunde muss ich Ihnen zustimmen Jürgen! Aber die eine These finde ich sehr ämüsant! Vielleicht ist es eine Wissens Lücke von mir, aber wie kommen Sie darauf, dass alle Menschen ursprünglich aus Afrika stammen?! Vor allem die Ureinwohner Amerikas haben sich doch etwas anders entwickelt! oder möchten Sie etwas behaupten, dass die Ureinwohner Amerikas damals mit einem Floss von Afrika nach Amerika über den großen Teich gereist sind?!

    Sonne ist zwar gut und schön, aber besonders bei kleinen Kindern sollte man darauf achten, dass der Sonneneinflug nicht die überhand nimmt und die kleinen auch genug Schatten bekommen! Besonders in den Bergen (Dolomiten) kriegt man viel Sonne! Beim Wandern oder anderen Aktivitäten! Diese Erfahrung haben wir im letzten Sommer in Südtirol gemacht!

  2. Jürgen

     /  26. Juli 2014

    Danke Luisa für die sympatische Auseinandersetzung mit meinem Artikel. Musste auch schmunzeln….und will Ihnen natürlich keine Antwort schuldig bleiben. Amerika wurde von Asien aus besiedelt, als während der letzten Eiszeit der Wasserstand niedrig war (Ca. 18.000 Jahre her). Die Indianer sind genetisch entsprechend mit den Asiaten verwandt.
    Das mit den Kindern finde ich super – in den Bergen hat die Sonne halt viel mehr Power. Leider haben viele Kinder (die nicht in Südtirol Urlaub machen) in den wichtigen Jahren des Skelettwachstums zu wenig D3. LG und schönen Urlaub in diesem Jahr, Jürgen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.