Wie alles begann…

60 Jahre Erwin Müller

Unternehmensgeschichte: Vom Einmannbetrieb zum Marktführer

Eine gehörige Portion Unternehmergeist, Erfahrung, gute unternehmerische Entscheidungen zur richtigen Zeit und den Mut zur Innovation – das braucht es wohl, um über Jahre des stetigen Wachstums zu einem großen Versandhaus mit einem vielfältigen Spezialangebort für die ganze Famile zu werden. Dabei hat alles ganz klein angefangen ….

1951 Es begann beengt im elterlichen Haus in Lauterbach

1951 An einem etwas zu kühlen Oktobertag des Jahres 1951 gründete der junge Kaufmann Erwin Müller sein Textilunternehmen.
Die Idee ansich war vergleichsweise verwegen angesichts dessen, dass Erwin Müller einen Großhandel gründete, jedoch auf kleinstem Raum in seinem Elternhaus untergebracht war. Ein Elternhaus, das zudem nicht gerade in einer der Metropolen der jungen Republik stand, sondern im schwäbischen Bauerndorf Lauterbach, 20 Kilometer südwestlich von Donauwörth im Landkreis Dillingen an der Donau.

1951 Mit dem Vorkriegs-Opel P4 zu den ersten Kunden

Auch die Betriebsausstattung war spärlich: Der alte Vorkriegs-Opel P4 des Vaters diente als Lieferwagen, mit dem Erwin Müller die Ware persönlich zu den ersten Kunden brachte. Und selbst an verkaufbare Ware kam man in der Nachkriegs- und Wiederaufbauzeit nicht so einfach heran. Frieda Blank, seit 1959 Mitarbeiterin im Unternehmen, erinnert sich: „Mit Resten haben wir angefangen. Das waren reine Textilreste sowie Bettwäschereste, die der Chef in Textilfabriken z. B. in Augsburg eingekauft hat. Wir haben dann 10-Kilo-Päckchen gepackt, die hat der Chef dann wieder ins Auto geladen und hat sie verkauft. Diese Textilreste waren interessant für Händler, die damals von Haus zu Haus gegangen sind und sie wiederverkauft haben.“

 

 

 

 

 

Sechs Jahre nach Kriegsende ist die Textilbranche noch im Aufholstadium: Hausschneiderinnen sind genauso selbstverständlich wie selbst gefertigte Kleidung und Textilien. Schnitthefte wie Sogra-Schnitte, GeJo Modenblatt und Der neue Schnitt sind beliebte Journale. „Das waren andere Zeiten“ erinnert sich Frieda Blank, „da hat es ja überall an allen Ecken und Enden noch gefehlt. Das Geld saß nicht so locker, und man hat viel selber genäht oder es kamen Frauen in den Haushalt zum Nähen und Flicken.“
Die Unternehmsidee stieß also auf reges Interesse und bald konnten kleine Investitionen folgen: Stolz erwarb Erwin Müller seinen Ersten VW-Bus.

1954 Die alte Schule in Buttenwiesen wird das erste Geschäftsgebäude

1954 Drei Jahre später konnte der Jungunternehmer endlich die beengten Räume seiner Eltern verlassen: Er erwarb in der 3 Kilometer entfernten kleinen Gemeinde Buttenwiesen die alte Schule und ließ sie zum Geschäftshaus umbauen. Aurelia seine erste Angestellte – Buchhalterin, Verkäuferin und Betriebsorganisatorin in einer Person – band er auch persönlich an sich und heiratete sie im selben Jahr. Fortan leitete das junge Paar den Textilgroßhandel in Buttenwiesen gemeinsam.

1954 Das junge Unternehmerpaar Aurelia und Erwin Müller

Mit den Jahren des wachsenden Wohlstands verschwanden zunehmend die Textilreste aus dem Sortiment und wurden mehr und mehr durch Fertigware wie ganze Bettbezüge ersetzt. „Damals ist der Chef sehr viel unterwegs gewesen, ist in die Fabriken gefahren und hat Ware gekauft“, erinnert sich Frieda Blank. Ware, die inzwischen auch angeliefert wurde – was neue Herausforderungen aufwarf: „Es gab keine Rampe. Um den Lkw auszuladen haben wir hintereinander gestanden und die Ware von einem zum anderen weitergereicht.“

Ein erster kleiner Katalog entstand. Die Logistik verfeinerte sich, immer mehr Ware wurde abgeholt oder schon versandt. Pakete brauchten jedoch Versandaufkleber, aber die Räumlichkeiten in der alten Schule wurden schon wieder zu klein. „Wir hatten gar keinen Platz mehr, um die Pakete zum Aufkleben irgendwo hinzulegen. Da haben wir sie dann einfach nacheinander die Treppenstufen hinunter hingelegt…“, erzählt Frieda Blank, „Man kann sich eigentlich gar nicht mehr vorstellen, wie wir damals angefangen haben.“
Zunächst musste die umgebaute Schule auch noch den Müllerschen Privathaushalt beherbergen. „Es war alles so eng, dass wir die Büros ausgelagert hatten, außerdem sind verschiedene Lagerräume angemietet worden, z. B. in der alten Raiffeisenkasse oder die Kegelbahn in einer alten Wirtschaft.“

1964 Endlich Platz: Das erste große Betriebsgebäude

1964 Doch es war klar: Das Unternehmen war der alten Schule längst entwachsen. 1964 wurde das erste 3.000 Quadratmeter große Betriebsgebäude bezugsfertig.

1968 Baby-Butt wird geboren

1968 Vier Jahre darauf entschied sich Erwin Müller zu einem bedeutenden Schritt zur Sortimentserweiterung: Er gliederte dem Textilgroßhandel einen Spezialversand an und belieferte somit erstmals als Einzelhändler auch den Endverbraucher. „Baby Butt – Das Beste für Ihr Baby“ ermöglichte werdenden und jungen Eltern die Bestellung von Babykleidung per Versandkatalog. Mitten in den Baby-Boomer-Jahren war dies eine gute Entscheidung. Und Baby Butt erwies sich als eine wichtige Unternehmensbasis für langfristige Kundenbindungen.

1971 Das Unternehmen, seine Umsätze und die Zahl der Mitarbeiter wuchsen dynamisch weiter. 1971 wurden weitere Gebäude gebaut; die Einweihungsfeier blieb den Mitarbeitern in bester Erinnerung.

1974 Das Unternehmen wächst

1974 Die Lager- und Versandbereiche vergrößerten sich unaufhörlich, und die Organisation entwickelte sich zu einer modernen Verwaltung. 1974 waren 10.000 Quadratmeter Betriebsfläche eigentlich schon wieder zu klein – aber passendes Bauland stand in Buttenwiesen nicht zur Verfügung.

1981 Das Versandhaus Buttinette entsteht…

1981 So begründete Erwin MÜller in der Nachbarstadt Wertingen einen susätzlichen Standort. Hier entstand 1981 das Heim- und Handarbeits-Versandhaus Buttinette mit den Schwerpunkten Basteln, Handarbeiten und Nähen. In den 80ern, in denen das Selbermachen, Handarbeiten und Basteln wieder in war, erwies sich das als eine gute Entscheidung – der eine weitere folgte:

1982 Eröffnung des Woll Butt

1982 gründete Erwin Müller mit Woll Butt ein weiteres Unternehmen, das später mit dem Schwesterbetrieb Buttinette zusammengeführt wurde.

1988 Mit der Qualität seiner Textilien hatte sich Erwin Müller einen Namen gemacht. Neue Märkte und Kundenkreise riefen. Als Spezialist für Hotelausstattungen startete das Unternehmen den Erwin Müller Hotelwäsche Vertrieb. Damit wurde Wertingen zum gleichrangigen zweiten Unternehmensstandort.

1996 Aus Babys werden Kinder, so gründete Erwin Müller 1996 einen neuen Unternehmensbereich: Kinderbutt – … was Kinder mögen erweiterte das Artikelspektrum um Textilien und Spielsachen für Kids bis 10 Jahren.

1997 Das Erwin Müller Stammhaus in Buttenwiesen nach Fertigstellung

1997 Endlich gelang es, beim Stammhaus Buttenwiesen ein Nachbargrundstück zu erwerben und einen großen Erweiterungsbau zu realisieren. Damit verfügt das Erwin Müller stammhaus nun über eine Betriebsfläche von über 40.000 Quadratmetern – eine wichtige Grundlage für den künftigen Erfolgskurs.
Das Unternehmen entdeckte auch früh die neuartigen Vertriebswege des Internets für sich. 1997 starteten seine ersten Verkaufsplattformen: Baby Butt und Kinderbutt gingen in Deutschland mit ihren Onlineshops ins Web, zwei Jahre später auch der Erwin Müller Shop.

2005 Das Unternehmen begann seine Fühler ins Ausland auszustrecken: Mit einem Firmensitz in Lins starteten das Versandhaus Erwin Müller und Baby Butt den Versand nach Österreich, zwei Jahre später folgte Kinderbutt.

2008 Ab hier expandierte Baby Butt in die Schweiz. Im selben Jahr betrat auch laritaM den Markt und präsentierte exklusive Wohlfühlmode für Sie & Ihn.

2009 Das Unternehmen erweiterte mit den Onlineshops von Baby Butt seine Auslandsaktivitäten auf Frankreich und die Niederlande. Kinderbutt ist seit Herbst 2009 auch in der Schweiz aktiv.

2011 Das Familienunternehmen feiert sein 60-jähriges Bestehen. Das Stammhaus in Buttenwiesen wird heute von Erwin Müller sen. und seiner Tochter Rita Müller geleitet. Rund 480 qualifizierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind hier beschäftigt und haben wesentlichen Anteil am stetigen Erfolg.

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