14 – Weihnachten in Schweden

Weihnachten in Schweden wird im Kreise der Familie gefeiert und ist das wichtigste Fest der Schweden. Es ist dem deutschen Weihnachtsfest sehr ähnlich, aber es herrscht eine andere Stimmung. Es wird weniger besinnlich, sondern eher fröhlich gefeiert. Der wichtigste Feiertag in Schweden ist der Heilige Abend, dieser steht ganz im Zeichen der Familie.

Flagge Schweden

In Schweden werden an den letzten Novembertagen bereits die Geschäfte und Häuser geschmückt und alle Vorbereitungen für Weihnachten werden auch schon im November getroffen.

Die Weihnachtszeit in Schweden fängt mit dem ersten Adventssonntag an und es sind überall Kerzen zu sehen, die eine angenehme Stimmung verbreiten. Bei den Familien wird dann nach dem Besuch der Kirche die erste Kerze am Adventskranz angezündet. Die übrigen Tage werden für die Vorbereitungen von Weihnachten genutzt. Der traditionelle Julkuchen und die bekannten Lussekatter sorgen für einen weihnachtlichen Duft im Haus. Die Menschen glauben, es helfen ihnen die Tomte (Tomte sind schwedische Wichtel) bei den vielen Vorbereitungen.
Am 24.12. werden die guten Hauswichtel mit einem traditionellen Milchbrei für ihre Hilfe belohnt. Da die Tomte an diesem Tag nicht vergessen werden dürfen, stellen die  Familien den Milchbrei vor die Türe. Die Tomte hat natürlich bis heute noch nie jemand gesehen. Man sagt sogar, wer vergisst, den Milchbrei raus zu stellen, wird im nächsten Jahr kein Glück haben.
Der Jultomte, der als guter Wichtel bezeichnet wird, lebt in der Scheune der jeweiligen Familie und hält seine Hand schützend über sie. Er bringt auch die Geschenke an Weihnachten. Auch in Schweden ist der Weihnachtsbaum der Mittelpunkt des Festes. Die Tradition des Weihnachtsbaumes kommt aus Deutschland und ist seit dem 19. Jahrhundert ein festes Element bei den schwedischen Weihnachtsfeiern. Dieser wird ein paar Tage vor Weihnachten aufgestellt und feierlich mit Kerzen, Kugeln, Lametta und alternativ mit Strohfiguren, Fähnchen und vielen Girlanden geschmückt. Mit einem Stern an der Spitze wird er  gekrönt. In Schweden wird der Baum ganz traditionell mitten im Zimmer aufgestellt. Die schön verpackten Geschenke werden mit Siegelwachs und einem persönlichen Siegel versehen. Diese werden dann unter den Baum gelegt und am 24.12. ausgepackt.
Zu dem köstlichen Weihnachtsmahl zählen Wurst und Schinken wie ebenso Sülze und Hering. Von Grütze in verschiedensten Formen und der bekannten Julkorv, eine Art Bratwurst, wird das Festmahl abgerundet. Das Julmust, das eine besondere Limonade oder auch ein Weihnachtsbier sein kann, wird zum üppigen Buffet gereicht. Die Geschenke gibt es nach dem Essen von dem Jultomte. Am 24.12. bleiben in Schweden ganz traditionell die Türen und Fenster geöffnet, sodass die Freunde oder Nachbarn die Möglichkeit haben, kleine Geschenke in die Wohnung zu werfen.
Die Krönung der schwedischen Weihnacht ist das Smörgasbord. Die Weihnachtstafel ist mit mariniertem Hering, Kartoffeln, Fleischklösschen, Wurst aller Arten, Rotkohl, dem Weihnachtsschinken, Rippchen, Schweinesülze, „Janssons Versuchung“ (ein Gratin aus Kartoffeln, Zwiebeln und Anchovisfilets), Stockfisch, Reispudding, Käse und Brot versehen. Es wird dazu Bier, Julmust (Kräuterlimonade) und Schnaps gereicht.
Der Glögg ist ein anderes weihnachtliches Getränk, der so ähnlich wie Glühwein gemacht wird, er wird vor und nach dem Essen getrunken.
Am Morgen des 24.12. besuchen die Schweden oft ihre Verwandten und Freunde. Mit diesen wird dann um 15.00 Uhr eine Stunde lang ganz traditionell Weihnachten mit Donald Duck oder andere Disneycomics im Fernseher angeschaut.
Die Fernsehbehörde hatte versucht die Disneycomics an diesem Tag vorzuziehen, dies stieß aber auf lauten Beschwerden der Schweden. Donald Duck gehört schließlich nun schon 25 Jahre zum schwedischen Weihnachtsfest. Die eigene Festivität beginnt die Familie erst, nachdem der Comic aus ist. Erst dann tanzt man um den Baum und packt die Geschenke aus.
Oft kommt auch der Weihnachtsmann bei den Familien vorbei. Er ist mit einem roten Umhang, einer Mütze und einem langen weißen Bart bekleidet und bringt den Kindern Geschenke. Früher war der Weihnachtsmann eine Art Zwerg, der die Familie bewachen und beschützen sollte. Um dem Weihnachtsmann und den Wichteln eine Freude zu machen, stellt man am besten eine Schüssel mit Brei vor die Tür.

“God Jul!” heißt es auf Schwedisch, wenn man “Frohe Weihnachten!” wünscht :-).