23 – Weihnachten in Frankreich

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Père Noël, der Weihnachtsmann im roten langen Gewand und der Zipfelmütze, kommt in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember durch den Kamin und bringt die Geschenke.

Wenn die französischen Kinder am Morgen aufwachen, finden sie prall gefüllte Stiefel und Schuhe vor dem Kamin und Geschenke unter dem Weihnachtsbaum, der auf Französisch „sapin de Noël“ genannt wird. Der 24. Dezember ist in Frankreich ein ganz normaler Arbeitstag. Viele Franzosen schmücken ihre Häuser und Wohnungen an Weihnachten nur mit Mistelzweigen und einer Weihnachtskrippe. Der Weihnachtsbaum, wie wir ihn kennen, ist hauptsächlich im Elsass und in Lothringen verbreitet. Was natürlich nicht heißt, dass es in den übrigen Regionen Frankreichs keine Weihnachtsbäume gibt. Jede Familie hat zu Weihnachten ihre eigene Tradition.

Savoir vivre an Weihnachten
Am Abend wird das traditionelle mehrgängige und mehrstündige Weihnachtsfestmahl zubereitet, das die Franzosen „Le réveillon“ nennen. Typische Weihnachtsgerichte sind der mit Maronen garnierte Truthan, der „Dinde aux marrons“, Ente in Orangensauce, Gänseleber, Pasteten, gezuckerte Maronen, Fisch und Austern. Meeresfrüchte fehlen in der Regel bei keinem Weihnachtsfestmahl. Auch Champagner fehlt nicht. „Wir haben bis kurz vor Mitternacht gegessen“, erzählt Dennis, der während seines Austauschschuljahres in Montpellier bei einer französischen Familie gewohnt hat. „Es gab ein riesiges Buffet aus Ente, Hummer, Muscheln, Austern, Langusten, alle möglichen Pasteten, Käse, Gemüse und viel Süßes. Nach dem Essen sind wir alle zur Mitternachtsmette gegangen. Eigentlich hätte ich Weihnachten mit meiner Familie verbringen sollen, aber ich wollte unbedingt einmal das französische „Réveillon“ erleben und bin erst am Nachmittag des ersten Weihnachtsfeiertages nach Deutschland geflogen“.

Zum Nachtisch gibt es an Heiligabend traditionell die Bûche de Noël (Weihnachtsbuche), eine rechteckige mit Schokolade überzogene Biskuitrolle in Form eines abgesägten Baumstamms. Das hat einen bestimmten Grund. In alten Zeiten ließen die Franzosen an Heiligabend einen dicken Holzscheit langsam im Kamin verbrennen, um dann die Asche an den Weihnachtstagen auf einem Feld zu verstreuen. Das soll Glück und eine gute Erne bringen. Traditionell wird heute stattdessen ein Kuchen gebacken, der aussieht wie ein Baumstamm.

Joyeux Noël! Das ist Französisch und heißt „Frohe Weihnachten“ :-).