Barbaratag

MEV100030Die Bedeutung der Barbara-Zweige

Woher kommen eigentlich die Zweige die traditionell am 4.Dezember aufgestellt werden in der Hoffnung, dass sie bis Weihnachten blühen ? Das Ganze verdanken wir der Heiligen Barbara. Sie soll um 300 nach Christus in Nikomedien gelebt haben( in der heutigen Türkei). Geboren in einem heidnischen Elternhaus, ihr Vater war sehr egoistisch, autoritär und vor allem alles andere als begeistert von Barbaras starkem christlichen Glauben. So ließ er sie schließlich in einen Turm sperren. Dort sollte sie vom Glauben abfallen und bestraft werden für den Widerstand gegen den Vater. Doch der Plan ging nicht auf: Sie hielt fest an ihrem Glauben und das wiederum erzürnte den Vater so sehr, dass er seine eigene Tochter tötete – sie starb den Tod einer Märtyrerin. Als Barbara in den Turm gebracht wurde, verfing sich der Legende nach ein Zweig in ihrem Kleid, den sie in ihr Gefängnis mitnahm. Dort stellte sie ihn auf und er erblühte nach einigen Tagen.

Das ist der Grund, warum am 4. Dezember Zweige aufgestellt werden, in der frohen Erwartung, dass sie bis zum Weihnachtstag Blüten tragen. Ein blühender Zweig ist oftmals aber mehr als nur ein schönes, hoffnungsvolles Zeichen in trister Jahreszeit: Vielerorts gelten sie als gutes Vorzeichen für positive Dinge im kommenden Jahr. So rechnen die Menschen beispielsweise mit Glück und Segen, guten Ernten und Liebesglück, wenn die Zweige vor Weihnachten aufblühen. In einigen Regionen war es Brauch, Zettel mit Namen an die Zweige zu hängen. Der Person, deren Zweig zuerst aufblüht, soll es im nächsten Jahr besonders gut gehen. Hängt man die Namen potenzieller Partner an die Zweige, weist der erste blühende Zweig angeblich auf die Person hin, die man heiraten wird.

Ob man diesen etwas abergläubischen Deutungen nun Glauben schenkt oder nicht: In jedem Fall kann das Aufstellen der Barbarazweige auch heute durchaus ein schönes Naturereignis darstellen – und die vorweihnachtliche Zeit um ein weiteres kleines »Wunder« reicher machen. In der modernen Interpretation des Brauchs wird der Zweig schließlich auch als Zeichen für Jesu Geburt gesehen.

Und so funktioniert´s:

Für das traditionelle Brauchhandeln müssten viele Punkte beachtet werden: So schneidet man die Zweige in der Nacht vom dritten auf den vierten Dezember vor Sonnenaufgang. Typischerweise sucht man sich einen Kirschbaum, möglich sind aber alle Obstbäume, außerdem Linde und Flieder. Heute verwendet man auch Mandelbäumchen, Forsythie, Jasmin, Weide oder Rosskastanie.

Außerdem sollte zum Abschneiden dem Brauch nach ein neues Messer verwendet und die betreffenden Zweige mit einem einzigen Schnitt von unten nach oben abgetrennt werden. Dabei darf man sich traditionell nicht von einer anderen Person ansprechen lassen und muss sich mit dem Rücken zum Baum drehen.

Natürlich hängt das Aufblühen der Zweige nicht von diesen im Brauch vorgesehenen Handlungen ab und gerade mit Kindern sind diese schwierig in die Tat umzusetzen. Geschnittene Zweige der oben genannten Bäume blühen nach etwa 20 Tagen auf, wenn man darauf achtet, Zweige mit Blütenknospen abzuschneiden. Tatsächlich sollte aber darauf geachtet werden, dass die Äste mit einem möglichst langen Schrägschnitt abgeschnitten werden, um sie dann an einem warmen Ort aufzustellen, etwa in der Nähe einer Heizung oder des Ofens.