Die bunte Welt der Farben

Sogar wissenschaftlich ist bewiesen, dass Kleider Leute machen und unter anderem den Ausdruck von Kompetenz, Seriosität, Unabhängigkeit oder Lockerheit vermitteln können. Ganz besonders hängt dieser erste Eindruck von den Farben der Kleidung ab, denn Farben begleiten uns jeden Tag und beeinflussen uns und unsere Umwelt mehr, als wir das vermuten würden.

In der Modewelt sind im Herbst/Winter 2012/2013 wieder Naturfarben und klare Linien angesagt. Hauptsächlich prägen Braun- und Erd-Töne die Herbst-/ Winterkollektionen der Designer. Was aber nach wie vor immer geht, sind die klassischen Nicht-Farben Schwarz und Weiß.

Um das Outfit dann etwas aufzufrischen können farbliche Akzente in Gelb, Rot oder Pastelltönen gesetzt werden. Wer es gerne knallig und auffällig mag, für den sind strahlende Gelb-Töne und kräftiges Rot genau das Richtige. Sollte es lieber dezenter und zurückhaltender sein, empfehlen sich Camel, Blau oder zarte Lila-Töne, die sich mit vielen anderen Farben kombinieren lassen. Nach wie vor im Trend liegen auch dunkelviolette und petrolfarbene Outfits. Ton in Ton beziehungsweise mit Schwarz kombiniert vermitteln diese Farben allerdings oft einen mystischen, kühlen Eindruck.

Wer also in seiner Umgebung einen bestimmten Eindruck erwecken oder seine momentane Stimmung darlegen möchte, der sollte ganz besonders darauf achten, was er trägt und vor allem in welcher Farbe das Kleidungsstück ist.

Doch nicht nur im Bezug auf Klamotten, sondern beispielsweise auch bei der Wandgestaltung sollte man sich vorher über die Wirkungen der Farben informieren. Ebenso über passende Kombinationsmöglichkeiten und No-Gos.

Grundsätzlich gilt: je kleiner der Raum, desto heller sollte die Farbe sein. Sonst kann das ganze schnell noch kleiner und erdrückend wirken. Doch auch bei größeren Räumen sollte wenn möglich nur eine Wand richtig farbintensiv gestrichen werden. Die übrigen Wände sollten lieber dezent gehalten werden, um kein Gefühl von Unruhe oder Stress zu vermitteln. Deshalb ist es auch besser nicht zu viele verschiedene Farben zu kombinieren, sondern lieber mit unterschiedlichen Sättigungen oder Nuancen einer einzigen Farbe zu arbeiten.

Unterschieden wird zunächst meist nach kalten und warmen Farben. Alle Töne, die ins rötliche gehen werden als warm empfunden, da Rot für das Feuer und damit die Hitze steht. Blau-Töne hingegen werden häufig als kalt empfunden, da sie an den Himmel und das Wasser, aber auch an Eis und Schnee erinnern.
Den Farben können aber noch viele weitere Bedeutungen beziehungsweise Stimmungen beigemessen als ihre bloße Zuordnung als warme oder kalte Farbe. Einige dieser Farb-Assoziationen möchten wir euch jetzt einmal kurz vorstellen:

Der Farbe Rot wird häufig nachgesagt Energie und Aktivität zu fördern, jedoch auf viele Menschen auch aggressiv zu wirken. Daher sollte diese Farbe als Wandfarbe nicht für einen kompletten Raum eingesetzt werden. Außerdem werden mit Rot auch Mut und Kraft sowie Liebe und Erotik in Verbindung gebracht. Wer also rote Klamotten trägt, der vermittelt häufig Leidenschaft, Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen.

Leuchtendes Orange vermittelt viel Wärme und symbolisiert Optimismus, Kreativität und Lebensfreude. Wer ein kräftiges Orange trägt wirkt sehr lebensfroh und positiv. Menschen, die die Farbe orange bevorzugen leben gerne den Moment und planen nicht alles bis ins kleinste Detail. Ebenso vermittelt orange das Gefühl von Genuss und Sinnlichkeit und wird bei der Wandgestaltung daher oft in Küchen eingesetzt.

Mit Gelb verbinden die meisten Menschen Freundlichkeit und Fröhlichkeit. Diese Farbe verbreitet positive Stimmung und gute Laune. Gelb schenkt Behaglichkeit und Wärme und regt das Denken an. Daher wird Gelb häufig auch in Klassenzimmern eingesetzt, um Klarheit und Verständnis zu schaffen und auch Kommunikation und Austausch anzuregen.

Violett steht für seelisches Gleichgewicht und Spiritualität. Violette Kleidung erweckt den Eindruck von Würde und Weisheit, wirkt inspirierend und motivierend, bei dunkleren Nuancen auch oft mystisch. Oft wird Violett auch in Therapieräumen eingesetzt, da dieser Farbe eine tiefenpsychologische und schmerzstillende Wirkung nachgesagt wird.

Blau wirkt im Allgemeinen beruhigend und entspannend. Wer (dunkel-)blaue Klamotten trägt, der vermittelt das Gefühl von Autorität, Ausgeglichenheit, Zuverlässigkeit und Ruhe. Allerdings fällt dieser Farbton nicht so sehr auf und eignet sich daher besonders für Leute, die nicht gerne im Mittelpunkt stehen. Blau eignet sich auch optimal für Schlafräume, da es dabei hilft Stress und Hektik vorzubeugen und Erholung und Schlaf zu bekommen.

Die Farbe Grün gilt als neutral und harmonisch, wirkt ebenfalls beruhigend und baut Vertrauen auf. Außerdem vermittelt Grün Stabilität und Wachstum. Wer grün trägt wirkt ausgeglichen, hoffnungsfroh und harmoniebedürftig. Grüne Wände in Räumen geben uns das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit. Deshalb ist auch Grün gut für Schlaf- oder Wohnräume geeignet, in denen man sich besonders viel aufhält.

Braun symbolisiert die Erde und die Natur. Wer Braun oder andere Erd-Töne trägt, der gilt als bodenständig, zuversichtlich und gelassen. Braun ist zeitlos und kann zu allen Angelegenheiten getragen werden. Die Vertrautheit, die diese Farbe ausstrahlt, sorgt für auch in Räumen Geborgenheit und Sicherheit.

Die (Nicht-)Farbe Weiß ist die Einheit aller Farben und wird häufig eher als Zustand, statt als Farbe angesehen. Weiß wird häufig mit Unschuld und Reinheit in Verbindung gebracht, steht für vollkommenes Glück und Licht und wird häufig bei festlichen Anlässen, wie beispielsweise einer Hochzeit getragen. In China und Japan sollte man Weiß bei Festlichkeiten vermeiden, denn hier steht die Farbe für Trauer oder Tod. Bei der Wandgestaltung vermitteln weiße Wände einen sehr sauberen, klaren Eindruck, können aber oftmals auch zu steril oder kalt wirken und werden daher häufig mit farbigen Akzenten aufgepeppt.

Schwarz gilt ebenfalls als Nicht-Farbe. Sehr häufig wird Schwarz mit Trauer und negativen Gefühlen in Verbindung gebracht und wirkt daher schwermütig, unnahbar und einengend. Bei Klamotten kann durch Schwarz aber auch Eleganz, Würde, Kompetenz und Autorität ausgedrückt werden. Bei Schwarz scheiden sich aber auch die Geister. Viele Menschen lieben es und tragen es sehr gerne und häufig (auch Ton in Ton), andere hingegen können sich damit gar nicht anfreunden und versuchen lieber auf bunte Farben zurückzugreifen.

Achtet doch zukünftig einmal darauf, in welcher Stimmung ihr gerade seid und ob ihr dann zu einer bestimmten Farbe greift?! Oder fragt einmal Freunde und Kollegen, wie sie eure momentane Stimmung anhand eurer Klamotten einschätzen. Schreibt uns doch ihre Vermutungen und ob sie damit richtig liegen. Wir sind gespannt!

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